Methode (de)

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Die Basis für klassischen Gesangsunterricht sollte zunächst das Studium, dann die Anwendung der Ur-Prinzipien der Italienischen Gesangsschule sein. Dennoch ist zu beachten, dass es aus mehreren Gründen unmöglich geworden ist, dieses Erbe beizubehalten:

  1. Das Zeitalter der Italienischen Gesangsschule: Ihr goldenes Zeitalter fand vor mehreren Jahrhunderten zur Zeit von Bel Canto statt. Wer kann heutzutage schon von sich behaupten diese Ausbildung direkt von der Quelle erlangt zu haben? Momentan gibt es (mit Ausnahme bestimmter Sänger) nur Nachkommen von Schülern, die das Privileg hatten, unter Garcia, Lamperti, Marchesi und anderen großen Namen der Gesangskunst zu lernen. Diese oft alten Schüler besitzen ein Wissen und kennen Stimmübungen, die empfehlenswert sind zu lernen, weil sie eine wertvolle Tradition darstellen. Wie auch immer, der Großteil hatte niemals Kontakt mit den viel zitierten glorreichen Lehren. So muss man die Genauigkeit des Verständnisses und der Weitergabe dieser Prinzipien in Frage stellen, denn jeder Lehrer verändert durch Anpassung – folglich also Verfälschung – die ursprüngliche Methode.
  2. Die spezielle Übermittlung der Prinzipien: Die Italienische Schule von Bel Canto war empirisch und die Prinzipien wurden direkt durch Imitation erlernt. Der Schüler lebte meistens bei seinem Meister und tauchte buchstäblich in die Kunst des schönen Gesangs ein. Der Lehrer arbeitete nicht nur an der Stimme, er formte und bildete auch die Persönlichkeit des Sängers für viele Jahre. Die Schüler, die sich zum Lehrer entwickelten, führten somit weiter, was von Generation zu Generation weitergegeben wurde – meistens durch mündliche Übermittlung. Wie kann man in der heutigen Welt die gleiche Methode anwenden? Diese Lehre muss sich weiterentwickeln und eine neue Form finden.
  3. Die Notwendigkeit der Weiterentwicklung einer adaptierten Lehre an die aktuellen Bedingungen und Ansprüche: Die Traditionen des Bel Canto bildeten die Stimmen der Gesangskunst für Bellini, Donizetti, Gluck, Mozart, Rossini und ihre Vorgänger. Die Komponisten, die danach folgten, übernahmen fortschreitend ein Stimmbild das andere Kapazitäten voraussetzte, zu erkennen in Verismo- und Wagner-Partituren und sogar in den Stücken bei denen es nötig ist das „Sprechen in der Musik“ zu beherrschen. Die Traditionen und Anweisungen für die Belcanto-Opern gingen verloren. Anstatt den klassischen Gesang von Anfang an und in Einklang mit der physiologischen Entwicklung der Stimme zu studieren, zwangen sich Sänger die maximale Spannung ihrer Stimmen zu Beginn ihrer Karrieren auf. Wenn diese Sänger ihre Stimme verloren, entschieden sie sich nicht, ihre Gesangstechnik zu korrigieren, sondern wandten sich dem Lehren zu, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Seit damals und bis heute sieht man sogenannte „Lehrer“, oft unrechtmäßig, die Prinzipien der Italienischen Gesangsschule übermitteln und das mit fehlerhaften und gefährlichen Grundsätzen. Diese „Lehrer“ bilden wiederum, ohne eine berechtigte Fähigkeit, Schüler und Lehrer aus, die bis heute das Stimmpotenzial zahlreicher junger Sänger zerstören.

Deshalb scheint es uns auch unabdinglich, uns auf die besten Prinzipien der Italienischen Gesangsschule zu stützen und die zahlreichen wissenschaftlichen Daten (die zur Zeit des Bel Canto unbekannt waren) hinzuzufügen, ebenso wie die Ergebnisse von Forschungen herausragender Lehrer, um eine Methode zu entwickeln die den heutigen Anforderungen der aktuellen Stimmkunst und den speziellen Gegebenheiten unserer Zeit angepasst ist.

  • Die Methode, nach der wir bei OperaLab ausbilden, basiert auf:
  1. Lehre und Verständnis von Stimmmechanismen und Erhaltung der Gesundheit der Stimme;
  2. Haltung und Atmung; Passagio und Stimmregister, Decken der Töne, Reinheit und Anordnung der Vokale;
  3. Präziser Bestimmung der wahren Stimmlage / des wahren Fachs jedes Sängers, und seinem/ihrem direkten Training innerhalb seiner/ihrer Stimmlage;
  4. Lernen und Wissen um das Stimmrepertoire und seiner spezifischen Anwendung;
  5. Der Gesamtheit vielseitigen Trainings, angepasst an aktuelle Notwendigkeiten und Voraussetzungen;
  6. Die Praktische Anwendung des theoretischen Wissens.
  • Die Methode, die wir bei OperaLab anwenden, enthält Unterrichtsansätze und Übungen:
  1. Der Italienischen Gesangsschule (Caruso, Garcia Fils, Lamperti, Marchesi, Novikova, Romani);
  2. Der Skandinavischen Gesangsschule (Bjoerling, Bratt, Flagstad, Hislop, Ingebjart-Isene, Nilsson, Svanholm, Lindquest, Vennard);
  3. Der Pädagogik sorgfältig ausgewählter Lehrer (aller Fachbereiche).